Eine Woche „Urlaub“

Nach dem ersten Wochenende in Stockholm mit Silke, musste ich mich ab Montag alleine rumschlagen – schließlich musste Silke ja wieder im Labor arbeiten :) Ich hingegen hatte noch mehr als genug Zeit… doch was damit anfangen?

Am Montag wollte ich mich erst mal mit dem Zentrum Stockholms vertraut machen – ist schließlich den Punkt, den man, sollte man mal verloren gehen, am ehesten wiederfindet und wenn man auch noch weiß, wie man von da aus wieder wegkommt, kann das ja nur was gutes sein. Ok, das war nicht ganz der Grund, eigentlich wollte ich mich mit den Geschäften vertraut machen ;)

Bin auch ganz tapfer an einer mir bisher unbekannten Haltestelle ausgestiegen – Stockholm Rathaus (Rådhuset). Von da aus habe ich mich auf die im vorigen Beitrag schon erwähnte neue Superkraft verlassen – meinen Orientierungssinn! Und auch diesmal hat er mich nicht im Stich gelassen 8) Vom Rathaus ging es durch Kungsholmen irgendwie in Richtung Stadshuset, das sich ein bisschen als Ankerpunkt eines jeden Ausfluges entwickelt hat – ich weiß nicht warum, aber irgendwie scheint es mich magisch anzuziehen… liegt vielleicht daran, dass ich mich für spätere Momente mit den Begebenheiten bekannt machen möchte. (Das war jetzt eine Anspielung darauf, dass im Stadshuset alljährlich das Festessen anlässlich der Vergabe der Nobelpreise stattfindet – dafür muss ich mich ja in ein paar vielen Jahren dort auskennen ;) höhö).

Vom Stadshuset ging es dann wieder in Richtung Gamla Stan, aber diesmal auf einem anderen Wege als am Tag davor mit Silke – ich habe mich diesmal in Richtung Riddarholmen begeben, wo die Riddarholmskyrka (Kirche) steht – die ist schon im Jahre 1300 erbaut worden (aaaaaaah!) und dort wurden über lange Zeit die Mitglieder der schwedischen Königsfamilie begraben (ooooooh!). Aber heutzutage nicht mehr. Man kann trotzdem, wenn man willens ist, Eintritt zu bezahlen, noch die Gräber von damals bestaunen. War ich aber nicht. Bin lieber auf der… naja, was wird das sein, eine Halbinsel?… rumgelatscht und hab mir angeschaut, was es da noch so gibt.. zum Beispiel den Birger Jarls Turm und ein paar Gerichte… an sich nicht sooo spannend, aber die Aussicht auf das Stadshuset (Da! Da ist es schon wieder!) war super!

Im Anschluss ging es dann doch wieder in die Gamla Stan. Irgendwie mag ich die Einkaufsstraßen dort, auch wenn es nur 2 1/2 kleine Gässchen nebeneinander mit ein paar Querstraßen sind… aber es hat ein bisschen italienischen Flair, da durch zu schlendern. Diesmal habe ich mir auch die  Mårten Trotzig Gränd nicht entgehen lassen – eine Miniquerstraßengasse, die sich auf 90 cm verengt! Damit ist es also offiziell die schmalste Gasse in Stockholm. Cooooool. Danach bin ich noch ein bisschen durch die kleinen Gässchen in der Gamla Stan flaniert und auch nochmal in Richtung Schloss, aber hinein gegangen in eines der vielen Museen bin ich doch nicht – das hebe ich mir auf für schlechter Wetter ;) Den Rest des Tages habe ich tatsächlich damit verbracht, mich mit den Geschäften und der dortigen Mode auseinander zu setzen – hust hust.

 

 

22.08. – Gamla Stan + Riddarholmen

 

Am Dienstag war, als ich um 11 Uhr endlich aufgewacht bin, wirklich gutes Wetter – also wollte ich meiner Pflicht als Biologiestudentin gleich nachkommen und mir den „Zoo“ (Skansen) hier in Stockholm anschauen. :) Habe mich dann erst mal mit der Tunnelbahn auf den Weg nach Slussen gemacht, sozusagen der Grenze zwischen Södermalm und Gamla Stan (viiiiel zu weit zum Laufen!). Da ich dort auch gleich in der Nähe des Katarinahissen war, habe ich es mir auch nicht nehmen lassen, mich da auch umzuschauen. Dazu muss man gefühlte 1.000.000 Treppenstufen nach oben gehen (nein, so schlimm war es nicht) und oben angekommen hat man eine wunderschöne Aussicht auf weite Teile Stockholms (und die ein oder andere, zum Teil auch sehr berühmte Werbereklame). Leider habe ich dort auch gleich gemerkt, dass es nicht so schlau ist, den Akkustand der Kamera nicht schon zu Hause zu überprüfen – aber das ist wie beim Auto: Wenn der Benzin-Mess-O-Meter blinkt, hat man noch eeeeewig Zeit bis zur nächsten Tankstelle ;)

Nachdem ich also die Pflichtbilder geschossen habe, ging es wieder nach unten, diesmal mit etwas Umweg durch Södermalm – viel habe ich da zwar nicht gesehen, aber ich will meinen Orientierungssinn ja mit neuem Kartenwissen füttern. Damit mich Silke nicht einfach irgendwo aussetzen kann, wenn ich ihr auf den Geist gehe :) (aber haha, ich kenne ja den Namen von der Tunnelbahnhaltestelle und das Zentrum inzwischen auch!). Nach dem Schlenker bin ich wieder mit dem Schiffchen in Richtung Djurgarden gefahren, denn dort befindet sich der Zoo auch – sehr vielversprechend, da dieses Inselchen (Halbinselchen?) weist verdammt viel Grün auf. Echt! Schaut mal bei google maps – da ist alles grün. Dort angekommen haben sich aber leider ein paar Wölckchen am Himmel gezeigt, hinzu kam, dass der Akku ja schon „fast leer“ war und der Eintritt sage und schreibe 120 SEK (schwedische Kronen) kosten sollte. Irgendwie war ich dann etwas abgeneigt, den Zoo auch zu betreten… außerdem soll er im Winter ja auch wunderschön sein, da dort auch ein Weihnachtsmarkt ist… mal schauen, vielleicht geh ich da dann hinein ;) Bin danach doch wieder in Richtung Strandvägen geschlappt, aber natürlich immer auf anderen Wegen als mit Silke am Sonntag – damit das arme Mädel in Stockholm auch was sieht!

Als ich am Strandvägen angekommen bin, ist die Sonne auch prompt wieder rausgekommen, also habe ich mich entschlossen, dort ein bisschen zu sitzen und mein Buch auf meinem tollen Kindle weiterzulesen. (Kluftinger, Band 6 – Schutzpatron.) Danach habe ich mich wieder auf den Weg begeben, in Richtung Stureplan, dem Schicki-Micki-Viertel der Stadt. Vorbei am Dramatiska Theater, das in der Sonne freudig golden glänzt. Da es mir aber beim Laufen viel zu warm wurde (ich habe es immer noch nicht raus, mich hier richtig einzukleiden – am besten geht man da nach dem Zwiebelschalenprinzip vor, aber dafür habe ich noch nicht genug bzw. noch nicht die richtigen Kleider), habe ich mich dazu entschlossen, mir einen Park oder ähnliches zu suchen, in dem ich mich entspannen und die Sonne genießen kann. Und was wäre da besser gelegen als der See bei Silke um die Ecke? Gesagt, gelaufen. Dort angekommen habe ich mich an einen Steg gesetzt/gelegt, wo ich ab und zu die Füße ins Wasser hängen konnte und mein Buch in Ruhe ganz gemptlich weiterlesen konnte :) So ein sonnig schöner Tag darf gerne noch ein paar Mal sein, bevor der Winter los geht!

 

23.08. – Södermalm, Djurgarden, Mälarsee

 

Mittwochs wollte ich wieder einen neuen Stadtteil in Stockholm erkundigen, also habe ich mich auf den Weg nach Vasastan gemacht. Dort habe ich die Gegend rund um den Odenplan (so heißt die Haltestelle) erkundigt, wobei ich mich an meinem Reiseführer (Danke dafür, Kathrin!) gehalten habe – so bin ich erst mal zur Stephanskyrka und einen steilen Anstieg später auch zum alten Wasserspeicher der Stadt gekommen. Anscheinend soll dies auch die höchste Stelle in dem Stadtteil sein, also konnte ich auch schöne Bilder von der Aussicht machen! Danach bin ich noch bei der angeblich so schönen Stadtbücherei gewesen (ich find die jetzt nicht so toll anzusehen…) und anschließend bin ich noch zu dem Haus gelaufen, in dem Astrid Lindgren mal gewohnt hat. Das wurde immerhin mit einem kleinen goldenen Schild an der Hauswand respektiert. Dort hatte sie einen schönen Blick auf einen niedlichen kleinen Park, in dem man sich gut austoben konnte (Minigolf, Fußball etc.).

Neben der Stadbücherei war auch ein wunderschöner Park, in dem vor allem viel Wasser zu sehen war – auch hier gab es einen kleinen Hügel zu erklimmen und von oben konnte man dann auch eine schöne Aussicht genießen. Dort oben steht auch das alte Observatorium, das heute ein Museum ist, aber leider hat es nur Dienstags nachts auf – mal schauen, ob ich das noch mal zu sehen bekomme :) Auf der anderen Seite des Hügels fängt auch schon die Drottninggatan an, die Straße, die auch in die Innenstadt führt. Da steht auf der linken Seite ein nicht so spektakuläres Haus, das aber in meinem Reiseführer hoch angepriesen wurde (naja… ok… es wurde erwähnt.) Und zwar das Haus in der Drottninggatan 116. Das wurde früher auch einfach „Spukschloss“ genannt, da dort wohl mal ein böser Mann gewohnt hat. Auch heute heißt der Garten noch Spukgarten, aber das Gebäude gehört inzwischen der Universität, genauer gesagt der Kunstakademie. Entlang der Drottninggatan war es auch sehr süß, auf dem Boden waren nämlich lauter schwedische Zitate ausgestellt. Anstelle der typischen Mittelstreifen gab es diese Zitate (wobei das sowieso nur eine Fußgängerstraße ist, aber die Idee finde ich grandios!) – wenn man nur noch wüsste, was da steht ;) Vielleicht kann ich ja in meiner letzten Woche noch mal wiederkommen und schauen, ob ich dann etwas davon lesen kann?!

Am Abend war super schönes Wetter, also bin ich mit Silke Kajak fahren gegangen – erst war ich wirklich skeptisch, ob meine Armmuskeln das aushalten, aber wie es aussieht, hat das viele Bouldern wirklich was gebracht! Wir sind laut google maps immerhin ganze 10 km gefahren – einmal den Kanal entlang der Pampas Marina (Solna) bis zum Stadshuset (mal wieder…) und wieder zurück. Dabei haben wir natürlich ungefähr eine Millionen Bilder gemacht (meine Kamera hat es zum Glück überlebt!). Die könnt ihr euch hier anschauen:

 

 

24.08. – Vasastan, Kajak

 

Danach waren wir noch fein essen direkt am See, wie die Bude hieß, weiß ich grade nicht mehr, aber da gab es einen super leckeren Veggie-Burger mit Haloumi drauf! Mmmmmhm! :) *yummie*

Am Tag darauf war ich bei Silke am KI und habe mich angeschlossen, den Pancake-Day zu feiern. Donnerstags gibt es in der einen Kantine da immer Pfannekuchen und da die dort einigermaßen günstig sind im Vergleich zum anderen essen, wird das eben oft genutzt. Bisher konnte man wohl auch immer noch ein paar Extra-Pfannekuchen ergaunern und ich sollte in diese zweifelhaften Sitten eingeweiht werden, aber wie das so ist mit dem Vorführeffekt wurde daraus nix. Die Kannen, in denen man sich bisher die Suppe abfüllen konnten, und die von den anderen dazu benutzt wurden, um noch mehr Pfannkuchen rauszuschmuggeln, wurden nun von einem Mitarbeiter mit Suppe gefüllt :( Ooooh. Aber ich hatte im Endeffekt trotzdem viel zu viel zu essen und hab gar nicht aufgegessen.

Nach einem Anruf von meinem Vater mit einer weniger schönen Nachricht war dieser Tag für mich auch gelaufen, habe mich dann nur noch nach einem schönen Spaziergang mit Silke (bei dem wir unglücklicherweise den kürzesten Weg vom Institut zum nächsten McDoof entdeckt haben! ERASE Memory) bei ihr ins Bett gelegt und über eine Stunde mit Niki geskyped :) das war immerhin wieder ganz schön. Außerdem habe ich meinen Flug für den nächsten Tag gebucht, der mich wieder in die Heimat bringen sollte und meine Tasche für die Reise gebucht. Am Abend habe ich mit Silke noch ein bisschen Mitbringsel-Shopping gemacht und Kung Fu Panda 2 geschaut und dann ging es ins Heia-Bettchen ;)

 

Freitags morgens ging es um halb 8 los Richtung Flygbussarna, dem Airport-Shuttle, wo ich um 5 vor 8 ankam und das Ticket dank Silke schnell am Automat lösen konnte (der will meine Kreditkarte nicht, der Arsch) – schließlich sollte um 8 Uhr schon der Bus Richtung Skavsta (Airport) gehen! Und wow, im Rückblick muss ich feststellen, wie viel Glück ich da eigentlich hatte: Die Türen der Halle, wo man warten muss, waren noch zu, aber der Bus stand schon draußen mit lauter Leuten drin – dann gingen um 1 Minute vor 8 nochmal die Türen auf, zum Glück nur die direkt vor mir, und eine Stimme verlangte nach 4 Leuten, die noch mit in den Bus durften – und ich war eine davon! Dabei standen da noch viel mehr. Der Bus war leider zu voll, aber immerhin hatte ich es noch geschafft! Ab nach Baden Airpark, wo mich die liebe Iris auch schon abholte :)

Den Samstag habe ich dann mit der Familie verbracht, wir waren unter anderem auch fein essen (mmmh Kalbsschnitzel, rosa gebraten, mit Pfifferlingrahmsoße und selbstgemachten Spätzle! :o ) und am Mittag hab ich mit meinen Schwestern endlich die Küche von unserer Mama renoviert – die wurde am Vortag fleißig von denen ausgeräumt und ent-tapeziert und wieder-tapeziert. Mit dem Streichen ging es an diesem Tag weiter und danach haben wir noch so viele Möbel wieder reingestellt, wie uns erlaubt war (und wie sinnvoll war, da wir ja noch nicht genau wussten, wie wir das alles aneinander stellen sollten). Am Abend gab es nochmal einen Familienumtrunk und am Sonntag wurde der Rest der Küche aufgebaut (und nebenbei festgestellt, dass meine kleine Nichte ihre 2 ersten Zähnchen bekommt :) süüüüß!).

Und heute war es wieder soweit: Zurück nach Stockholm. Zum Glück war gutes Wetter, da hat mein Papa beschlossen, mich mit dem Motorrad an den Baden Airpark zu bringen! YEAH! Das war total genial :) Da angekommen gab es nochmal eine deutsche Brezel und einen Kaffee und danach mit einer affen Verspätung, aber eben doch noch rechtzeitig ans Fluggate. Dort konnte ich auch direkt weiter bis zum Flieger (Papa und Iris standen noch auf der Aussichtsplattform und haben gewunken, das fand ich super süß :)  :herz: ) und der kam tatsächlich mit 30 Minuten Vorlauf in Skavsta an! Ryanair verblüfft mich immer wieder. Auch hier hatte ich wieder Glück und habe direkt noch in einen Bus einsteigen können und gegen 6 Uhr kam ich erschöpft und müde endlich hier an. Arme Silke, jetzt hat sie mich wieder an der Backe :)

PS: Papa, nur für dich habe ich es diesmal etwas leichter gemacht :) Ich habe alle DANNS extra markiert, damit du dich beim zählen nicht auf den Browser verlassen musst ;)  xD

 

5 hatten was zu melden

  1. Silke schreibt:

    Hej Jule, wenn du so weiter schreibst denken die Leute ja wirklich, dass ich dich loswerden will ;-)

  2. Niki schreibt:

    Wow, da haste dir innerhalb einer Woche ja wahnsinnig viel angeschaut! Wenn dir in der engen Gasse da jemand gaaanz dickes entgegen kommt, kann man ja nicht mal ausweichen?! Dann muss man wieder raus laufen! Haha xD Und wieso erinnert mich das Biologische Museum ein wenig an Hogwarts? ;P

    • admin schreibt:

      Hogwarts?? Im Leben nicht ;) :p Und in der Gasse muss man dann halt wieder rückwärts laufen xD aber die is ja nich überall so schmal, und dicke Leute wollen da vielleicht auch nicht unbedingt durch? :D

  3. Charlie schreibt:

    Hey Jule, klingt sehr lauschig dort… der jan behauptet, dass es unglaublich viel Schnee gibt in den Wintern in Schweden… wie lange bleibst Du? ;o)
    Wir wünschen weiter eine wunderschöne Zeit! :)
    Charlie, Jan & Mieze =)

    • Jule schreibt:

      Jaaa, das ist wohl wahr :( Mir wurden schon richtige Horrorgeschichten von Blizzards erzählt, in denen die armen Studenten zur Uni laufen mussten – hoffen wir, dass ich da etwas mehr Glück habe :) Aber Schnee kann ja auch was schönes sein! Der Plan ist, dass ich bis Februar bleibe! Ihr werdet ja hier auf dem Blog mitkriegen, ob es mir hier gut genug gefällt hehe :-) Streichel die Mieze lieb von mir! (und den Jan auch hehe)

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