Jag älskar Sverige?

Dieses Mal fällt mir absolut gar kein Einleitungssatz ein, also schmeiß ich euch einfach ins kalte Wasser und fang gleich an zu erzählen ;)

Am Montag letzte Woche waren Kathrin und ich wirklich bouldern und zwar hier beim Karolinska Insitutet um die Ecke in Solna! Die Halle dort war ganz schön teuer (130 SEK Eintritt + 40 SEK Schuhmiete :P ) und gaaaanz schön klein, aber wir haben trotzdem nicht aufgegeben und sind todesmutig auf die Boulderwände zugegangen. Leider sind die Schweden im Allgemeinen wohl etwas größer als die Deutschen, die meisten der Boulderstrecken waren ein biiiiisschen zu hoch für mich, so dass ich einige der Steine nicht greifen konnte :( aber mit ein bisschen mehr Training und dem Mut, auch mal an einen Stein ranzuspringen, wird das in Zukunft vielleicht auch noch… mal sehen :)

Am Dienstag war ich nach der Arbeit noch mit Kathrin einkaufen, weil wir zusammen mit Silke nochmal ein letztes Abendmahl kochen wollten, bevor Kathrin ihren Kram packt und zu mir zieht :) Es gab lecker Couscous mit “Pampf” aus Karotten, Süßkartoffeln, Butternusskürbis (heißt der im deutschen so?), Rosinen, Kichererbsen und Zucchini. Und meinem Blut. Habe meinen Finger natürlich beim Gemüseschneiden mit einer Mohrrübe verwechselt und dachte, ein bisschen meiner DNA kann dem Gericht ja nur gut tun ;) Aber ich lebe noch und meine Finger sind zum Glück auch noch alle dran (ansonsten würde ich wohl ewig brauchen um diesen Beitrag zu schreiben :P ). War auf jeden Fall super lecker, auch wenn es leider nicht Silkes Fall war :( Danach haben wir Kathrins Taschen gepackt und sind zu mir nach Lappis gedüst, wo sie sich noch ein bisschen häuslich eingerichtet hat und wir noch mit Vale geskyped haben (Valeeee! Du liest den Blog hier zwar nicht, aber BROFIST, man!!! :) ). Am Schluss noch 2 Folgen Big Bang Theory und dann konnten wir auch endlich ins Bettchen düsen (d.h. sie ins Bettchen und ich auf die erstaunlich bequeme Couch im Wohnzimmer!).

Was wir Mittwochs gemacht haben, ist mir grade irgendwie entfallen – wir haben eigentlich auch nur daheim gegammelt, oder, Kathrin?? :o

Donnerstags ging bei mir im Labor auch tatsächlich die Party schlechthin – ich durfte ein Experiment machen! Die Mäuse, die wir seit Montag gehandlet haben, waren fällig und wurden entweder mit Salzlösung oder einer “Droge” (einem Inhibitor für einen Rezeptor) injiziert und danach in einem Verhaltenstest getestet – man steckt sie in einen Apparat mit 2 Kammern, einer hellen und einer dunklen. Nach einer Minute in der hellen Kammer geht die Tür zwischen den beiden Kammern auf und man misst, wie lange die Maus braucht, bis sie in die dunkle Kammer geht. Normalerweise dauert das nicht lange, da Mäuse ja dunkle Ecken bevorzugen, da kann man sich besser verstecken :) Wenn sie aber drüben ist, geht die Tür zu und die Maus kriegt einen leichten elektrischen Schock verpasst :( Sie soll das eigentlich gute mit was negativem verbinden. Danach kommt sie für einen Tag in den Käfig zurück.
Abends waren wir auch endlich wieder fleißig und sind wieder bouldern gegangen! Diesmal waren wir aber weiter weg, im Süden Stockholms, genauergesagt an der Haltestelle “Telefonplan”. :) Das beste war: Die Halle war viiiiel größer und kostete keinen Eintritt! Nur das Schuheleihen musste bezahlt werden :) Das lag daran, dass im April dort wohl ein großes Feuer war und die Halle sich gerade noch im Wiederaufbau befindet – trotzdem darf man da schon klettern und bouldern, find ich ne super Idee! :) Es war zwar auch viel los, aber da es weitläufiger war, war das viel angenehmer als in Solna und ich hatte auch das Gefühl, dass die Boulderstrecken einfacher waren als in der anderen Halle! :) Silke und ihr Freund Mohsen (der am Abend vorher angekommen war) waren auch mit – er wollte eigentlich erst nur zuschauen und doofe Sprüche abgeben, aber nachdem Silke nach dem 3. Boulder aufgegeben hat, da sie Krämpe im Fuß hatte, durfte er dann ihre Hose und Schuhe anziehen und konnte uns zeigen, was er draufhat ;) meiner Erfahrung nach sind Männer am Anfang ja wirklich besser, weil sie einfach mehr Kraft in den Armen haben, aber Mohsen war wirklich ein kleines Äffchen und hat die ersten paar Boulder mit Leichtigkeit geschafft (auch wenn ich ihn immer anweisen musste, er hat irgendwie nie gesehen, wie man da am besten hochkommt :D ). Aber auch bei ihm hat mit der Zeit die Kraft nachgelassen, woraufhin wir beschlossen haben, dass es Zeit für Futter ist. Da er ein gutes Kebab-Haus in der “Nähe” kannte, sind wir mit der Bahn nach Slussen gefahren und dann in der Nähe des Medborgarplatsen zu dem Kebab (das ganz klischee-bestätigend Jerusalem-Kebab hieß). Dort gab es leckeren Falafel im Brot (der Falafel? Das Falafel?). Zuhause gab es nur noch einen Tee und dann war Schlafenszeit! :)

Tags drauf ging mein Experiment weiter… ich hatte mit meinem Betreuer vorher ausgemacht, dass wir um 9:30 anfangen, also war ich um 9:30 da (ok.. es war vielleicht 9:35. Aber nicht später, ich schwör!)… da war er aber schon weg. Seine Jacke war da, aber kein Betreuer sonst in Sicht. Ich dachte mir schon, dass das komisch sei, der wird ja wohl nicht schon in die Tiereinrichtung gegangen sein! Da komm ich nämlich alleine nicht rein, weil ich keinen Tierkurs gemacht hab und deshalb nur unter Betreuung da arbeiten darf! Ich saß also im Büro und hab gewartet, dass der mich abholen kommt… und gewartet… und gewartet… irgendwie 2 Stunden später bin ich dann dank eines Kollegen aus dem Nachbar-Labor, der mir aufgemacht hat, endlich in diese Einrichtung gekommen und in den Versuchsraum gegangen – der hatte tatsächlich ohne mich angefangen und sich nicht mal die Mühe gemacht, mir einen Zettel zu schreiben / mich anzurufen / mir sonst irgendwie mitzuteilen, dass er unten ist. Geschweigedenn mich reinzulassen. Dabei machen wir das Experiment gerade nur, weil ICH das alles lernen soll! Sooo ein Idioooot! Er war dann auch schon halb durch mit dem Experiment, dabei setzt man die Tiere dann einfach wieder in die helle Kammer, nach 15 Sekunden öffnet sich die Tür und dann misst man, wie lange die brauchen, um rüber zu gehen. Da sie beim letzten Mal einen Schock bekommen haben, brauchen sie normalerweise länger und mögen da nicht mehr unbedingt reingehen… aber mit gewissen Drogen, die eben das Lernen beeinflussen, kann man sehen, dass sie nicht so zögerlich sind, sondern einfach rüber marschieren. So kann man eben sehen, ob die Droge das Gedächtnis beeinflusst oder nicht!
Am Abend war ich kurz in der Stadt und wollte mir Pullis kaufen, weil hier grad so mittelwarmes Wetter ist und ich aber nur entweder dünne oder ganz dicke Pullis habe – hab aber leider nix gefunden… der Stil hier ist nicht so ganz mein Ding :( Danach hab ich mich mit Kathrin und einer Freundin getroffen und wir sind auf den MTC Pub gegangen – das ist ein Treffen von der “Molekular-, Tumor- und Zellbiologie”-Abteilung am KI, wo es Bier für 20 SEK gibt. Das beste Argument, da hinzugehn ;) Außerdem kenn ich da ja jetzt schon einige Leute. Mir sind auch gleich noch ein paar Heidelberger über den Weg gelaufen und insgesamt war es ein netter Abend. :) Nach dem Pub saßen wir dann noch mit Mino und einem nicht-englisch sprechenden Italienerfreund von ihm im Lunchroom vom KI und haben Kaffee getrunken und uns darüber gewundert, dass der nicht-englisch sprechende Italienerfreund am nächsten Tag Unterwäsche für seine “Freundinnen” kaufen will… merkwüüüürdig!

Samstag hieß es für uns schon wieder früh aufstehen :( (haben die letzten Nächte eigentlich immer nur so 5 bis 6 Stunden geschlafen, aaaah :( ) – wir waren mit Mikael, einem Freund von Kathrin, auf Sandham verabredet. Dazu mussten wir um 9:48 Uhr am anderen Ende von Stockholm (Slussen) einen Bus kriegen, der uns zu einem Boot brachte, das uns nach Sandham brachte. Dort wurden wir dann von ihm empfangen und wir sind erst mal durch das kleine, süße Schwedendörfchen gewandert und haben die Häuser und die kleinen Gässchen bewundert. Außerdem haben wir an der niedlichen kleinen Bäckerei unseren Proviant aufgestockt und dann sind wir über den recht kurzen Waldweg zu einem kleinen Strand gewandert, wo wir uns “mitten ins Meer” auf eine Felsformation gesetzt haben (siehe Fotos).

24.09. – Sandham

Da haben wir eigentlich den Rest des Tages mit Essen, Reden, Schlafen, Sonne genießen, komische Käfer unscharf finden, Fliegen verscheuchen und uns über den zurückgekehrten Sommer freuen verbracht. Um 3 haben wir uns auf den Weg zurück gemacht, wobei wir unterwegs über ein paar Blaubeer-Sträucher gestolpert sind und unsere Trinkflasche damit füllen MUSSTEN (es ging nicht anders, die Blaubeer-Sträucher haben sich uns in den Weg gestellt und uns angeschrien, dass ihnen die Last zu schwer sei! Ich schwöre!). Um 4 Uhr ging unser Boot zurück und gegen 5:15 waren wir wieder in Slussen – ich war hinterher noch auf die Einweihungsparty von Niklas und seinem Mitbewohner Magnus eingeladen und wollte direkt im Anschluss dahin… leider hab ich die Adresse nicht genau gewusst und Silke hatte sie auch zu Hause liegen und konnte sie mir erst ziemlich spät schicken. Kathrin und ich haben uns dann eben noch die Beine vertreten und sind Richtung Mikael vorgelaufen (was, wie sich hinterher rausgestellt hat, zum Glück auch in Richtung Niklas lag) – da wollte sie nämlich ihren Abend mit schwedischen Filmen, die auf Sandham spielen, verbringen.
Bei Niklas wurde ich dann trotz 2stündiger Verspätung (ich war trotzdem die 2te aus dem Labor! Ha! :) ) mit Essen empfangen, es gab Tortilla Wraps zum selbst belegen, außerdem noch Saft-Bowle, viel Bier, leckere Schokoladen-Erdnussbutter-Cornflakes-Kekse und Chips… und eine X-Box auf der man lustige Party-Spiele spielen konnte :) Und Magnus war dann noch so großzügig und hat uns seinen berühmt-berüchtigten Birnen-Cocktail gemixt, der noch keinen Namen hat, aber sich trotzdem einen Namen gemacht hat ;) War ein sehr schöner Abend :)
Kathrin habe ich dann am Gullmarsplan-Tunnelbana-Gleis wieder getroffen und wir haben uns Zombie-mäßig auf den Weg nach Hause gemacht – ich glaub, wir haben ein neues schwarzes Loch in das Universum gestarrt, wir saßen irgendwann reglos da und haben in die Ecke geschaut vor Müdigkeit :)

Sonntag durfte ich einigermaßen ausschlafen, gegen 11 habe ich mich dann auf den Weg gemacht nach Akalla (Kathrin war vorher nochmal schnell in die Stadt gegangen auf der Suche nach ihrem verlorenen Cardigan :( und zur Rückgabe von einigen Schnellkäufen :) ) – unterwegs sind Silke und Mohsen eingestiegen und in Akalla ging es nur um 2 Ecken und wir waren am Ziel: Ein persisches Restaurant. Da er ja Perser ist wollte er uns seine Kultur auch mal nahebringen und da Kathrin sowieso schon total begeistert ist und ich es auch gerne probieren wollte, ging es eben los. Mohsen hat dann auch gleich seine Rolle perfekt abgeliefert: Zackzack, auf farsi einfach mal ALLES geordert. Auf die skeptische Nachfrage des Kellners hat er dann aber beschlossen, dass es Kebab-Tag wird und es gab Safranreis mit Grilltomate und Hühnchenkebab/Rinderkebab/Lammkebab oder Lammfilet, zusätzlich noch Brot mit Dip aus Aubergine/Tomate, Aubergine/Minz/Yoghurtsaucenmix oder Käse und Oliven und Knoblauch (den keiner gegessen hat) und Yoghurt-Knoblauchsauce. Boah, wir hatten noch eine Riesenportion übrig hinterher, die ich dann heute noch verspeisen durfte hehe :) lecker! Und für morgen reichts auch nochmal. Nachtisch gabs übrigens auch: Meloneneisdrink, Yoghurteisdrink mit Schokolade, Vanille, Honig, Pistazien, Nüssen und anderen “aphrodisierenden” Kleinigkeiten ;) und Safraneis (laut Mohsen kein so gutes, ich fands gut) und so ein “Nudel”-Eis mit Rosenwasser. Ja. Wir haben insgesamt fast 5 Stunden in diesem Restaurant verbracht, was unseren ursprünglichen Plan, kayaken zu gehen, total über den Haufen geworfen hat :) Danach sind wir noch in die Shopping Mall in Kista gegangen, weil Mohsen noch Schuhe brauchte (und natürlich hab ich auch wieder tolle gesehen, aber die kosten 200 Euro und sind damit absolut unerreichbar für mich :( Schade, die waren wiiiirklich schön!)
Am Abend sind Kathrin und ich mit Mohsen zu mir nach Hause gefahren, da er noch eine Laptop-Tasche abholen musste, die Kathrin sich geliehen hatte, daheim hat auch schon Mikael auf uns gewartet, der nochmal Kathrin tschüss sagen wollte und meine Bilder von Sandham abholen wollte und gegen 12 Uhr konnte ich dann endlich wieder ins Bett.

Um 5 Uhr heute morgen bin ich nochmal aufgestanden um Kathrin tschüss zu sagen ( :( ) und ihr einzutrichtern, dass sie ja bald wieder kommen soll und dann bin ich nochmal ins Bettchen geschlüpft :) Heut hab ich mir fest vorgenommen, einen Gammel-Früh-Einschlaftag zu haben, aber wenn jemand skypen mag, freu ich mich natürlich auch darüber :)

Als Abschied gibt es heute einen Song. Einen guten :) Von der Besten Band der Welt. Von dem einen Gott. Belafarinrod. Jag älskar Sverige

Schwedisch für Angefangene und Fortgeschrittene

Öl
Bier

3 hatten was zu melden

  1. Daniel schreibt:

    Klingt ja echt toll :) Wünsch dir noch weiterhin gaaanz viel Spaß! (Und der Kürbis heisst auch im Deutsch ‘Butternut’, ich saß ja mal ne Weile quasi an der Quelle :D)

  2. Niki schreibt:

    Ich merk schon – kulinarisch werd ich aller Voraussicht nach bei meinem Besuch in Schweden und dann auch wieder zu Hause zwangsweitergebildet. Nudeleis mit Rosenwasser?! xD

    Schweden hat so ‘ne unglaublich schöne Landschaft aufzuweisen.. 70% der Fotos würden absolut als Postkarten durchgehen.. die kleinen Häuschen :O Ich wär dafür, dem behaarten Haus in einer Nacht- und Nebelaktion einen anderen Haarschnitt – ‘n Iro oder so- zu verpassen! xD

    Was is das für’n Riesenkäfer? Find den hübsch xD Find iwie nix Passendes. :(

    Der Trottel aus’m lab gehört ja mal sowas von verprügelt! -.- Hast du den mal drauf angesprochen?

    Hoffe, du kannst morgen skypen. :) Jetz is schon so spät und du wolltest ausspannen?! Trau’ mich jetz auch nich, ‘ne Frage-SMS zu schreiben.

    Achja: Grüße von Oma und Opa George (Mamaseite) – sie lesen gespannt jeden Artikel. :)

  3. Iris schreibt:

    Mein Gott – ich will dahin!
    Traumhafte Bilder – mein Ding!
    Du glaubst gar nicht wie ich dich beneide :-, aber ich gönne es dir von Herzen.

    Iris

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